Chemnitzer Terrorverdächtiger gefasst / Gebhardt dankt nach Fahndungserfolg dem syrischen Hinweisgeber / Grenzschließung als Terror-Schutz ist Scheinlösung

Chemnitzer Terrorverdächtiger gefasst / Gebhardt dankt nach Fahndungserfolg dem syrischen Hinweisgeber / Grenzschließung als Terror-Schutz ist Scheinlösung Rico Gebhardt - linksfraktionsachsen.de
(BJP) Zur Festnahme des Terrorverdächtigen, gegen den sich am Wochenende in Chemnitz ein Anti-Terror-Einsatz richtete, erklärt Rico Gebhardt, Vorsitzender der Linksfraktion: Ich bin erleichtert, dass es gelungen ist, den terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr zu fassen. Ich danke dem syrischen Hinweisgeber, der die Festnahme tatkräftig ermöglicht hat. Er hatte den Gesuchten gefesselt und die Behörden informiert. Auch sein Fall zeigt: Es ist falsch, Geflüchtete pauschal als Terrorverdächtige zu verunglimpfen. Terroristen leben davon, dass wir Angst haben und andere ausgrenzen. Das treibt Menschen in die Radikalisierung und sorgt für Terror-Nachwuchs. Wer Islamfeindlichkeit schürt, betreibt also letztlich das Geschäft des IS. Wir sollten die Ruhe bewahren und auf Verständigung setzen, auch mit muslimischem Leben.

Wer behauptet, eine Grenzschließung könne verhindern, dass islamistische Terroristen nach Deutschland einreisen – oder das Nicht-Schließen sei daran schuld, dass sich Terroristen hier aufhalten –, ist entweder hoffnungslos naiv oder will eine Scheinlösung verkaufen, um politisches Kapital zu erwirtschaften. Terroristen könnten sich beispielsweise auch als Touristen einschleichen. Kein Mensch kommt deshalb auf die Idee, Urlaubsreisende abzuweisen. Wie die Anschläge in Paris und Brüssel gezeigt haben, ist es auch möglich, dass hier Geborene sich radikalisieren und zu IS-Komplizen werden. Es gibt keine absolute Sicherheit.

Der Wahnsinn des IS ist einer der wichtigsten Fluchtgründe. Der Spiegel berichtet („Masouds Rache“, Ausgabe 40/2016, S. 94ff.) über einen kurdischen Journalisten, der nach 280 Tagen IS-Haft per Gefangenenaustausch freikam, es nach Deutschland schaffte und dann in einer bayerischen Flüchtlingsunterkunft einen seiner Folterknechte wiedererkannte. Er sucht jetzt gemeinsam mit der Kriminalpolizei nach IS-Tätern in Deutschland. Ich kann alle IS-Opfer, die nun in Deutschland auf ein Leben in Sicherheit hoffen, nur ermutigen, es ihm gleichzutun!

Quelle: linksfraktionsachsen.de