Anita Klahn: Heftige Kritik des eigenen Gutachters am Sozialministerium

Anita Klahn: Heftige Kritik des eigenen Gutachters am Sozialministerium Anita Klahn - FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag
(BJP) Zur Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum Friesenhof-Skandal erklärt die Abgeordnete der FDP-Landtagsfraktion, Anita Klahn: „Der eigentlich von Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) als Entlastungszeuge vorgesehene Pädagoge, Professor Dr. Schrapper, hat heute umfänglich seine Kritik am Ministerium wiederholt. Schon Ende 2014, nach einem explosionsartigen Anstieg von Beschwerden und besonderen Vorkommnissen, hätte das Ministerium offensiver gegen den Träger vorgehen und sich insbesondere auch externer juristischer Expertise bedienen müssen. Stattdessen hatte das Ministerium den Überblick verloren und die Expansionsdynamik der Einrichtung nicht erkannt.

Und obwohl der eigens bestellte Pädagoge an Kritik nicht sparte, besteht nach der heutigen Befragung der begründete Verdacht, dass die finale Version seines Elaborats nachträglich auch noch geschönt wurde. Wir wissen, dass Herr Professor Schrapper eine noch deutlich kritischere Vor-Version seines Gutachtens verfasst hatte, das sich von der späteren Version ausgerechnet darin unterschied, dass die Heimaufsicht im Rahmen ihrer Möglichkeiten keine Fehler gemacht und dass die Kommunikation der Abteilung mit der Hausspitze in dieser Sache vor Juni 2015 nur in zwei unwesentlichen Fällen stattgefunden habe.

Der Eindruck verfestigt sich, dass der gegenüber dem Ministerium kritische Gutachter durch nochmalige Wiederholung seiner positiven Befunde seinem Auftraggeber entgegenkommen wollte.“

Quelle: fdp-fraktion-sh.de